Das Musikcorps Wanheim feiert seinen 50. Geburtstag

Bericht FunkeMedien Gruppe Jonas Schlömer / 18.10.2018


Bernd Hellmanns (stehend) leitet das Musikcorps Duisburg Wanheim seit 1983. Am wichtigsten ist der Band der Spaß an der Musik. Foto:Musikcorps

DUISBURG-WANHEIM

Als das Hörnercorps nicht mehr nur Karnevals-Hits spielen wollte, wurde daraus das Musikcorps Wanheim. Nicht alle Musiker können Noten lesen.

Am Anfang war der Karneval. 1968 fühlten sich Willy Pöttner und einige musikalische Mitstreiter vom musikalischen Korsett des Karnevalsvereins, in dem sie spielten, zu eingeengt. Sie beschlossen, ihren eigenen Weg zu gehen. Geboren war das Hörnercorps Duisburg, der Vorgänger des heutigen Musikcorps Duisburg Wanheim 1968. Vom karnevalsmüden Hörnercorps bis zur heutigen, musikalisch vielseitigen Band war es ein langer Weg, und die Musiker nutzen ihren 50. Geburtstag, um die Geschichte des Corps Revue passieren zu lassen.

„Das Jubiläumskonzert am 20. Oktober ist schon ausverkauft“, freut sich Bernd Hellmanns, Dirigent des Musikcorps. Seit 1972 ist er mit dabei, „damals noch als kleiner Trommler“, erinnert sich Hellmanns schmunzelnd. Nachdem Willy Pöttner 1983 die Leitung abgegeben hatte, übernahm der HKM-Angestellte die Aufgabe. „Zuerst wollte ich gar nicht, aber das Corps einfach sterben zu lassen, war keine Alternative.“

Toller Zusammenhalt

Der Zusammenhalt und die Gemeinschaft seien auch heute noch das Schönste am Musikcorps – und die Musik, selbstverständlich. Die hat dem Musikcorps Wanheim in den frühen 70er Jahren sogar die Titel des Deutschen- und des Vize-Europameisters eingebracht. Ehrgeizige Titelsammler, „so wie der FC Bayern“, sei man im Corps aber trotzdem nicht, betont Hellmanns. „Wir sind eher so der MSV. Wir sind dabei und freuen uns.“

Und deshalb wird im Corps auch gespielt, was gefällt, nicht bloß Märsche. „Wir haben Stimmungslieder, Swing, Pop, alles, was mit unserer Besetzung funktioniert“, erklärt Bernd Hellmanns.

Die Gage kommt in die Bandkasse

Ein Oberhausener Arrangeur schreibt die Arrangements für die Bläser und die dreiköpfige Rhythmusgruppe – Bass, E-Piano und Schlagzeug – und die Musiker bedienen sich einiger Tricks. „Bei uns können längst nicht alle Noten lesen, aber wir wissen uns zu helfen“, so Hellmanns.

So stehen unter den Noten zum Beispiel die Fingersätze für den jeweiligen Ton, „die Tonhöhe erkennen die Musiker dann an der Position im Notensystem, aus Erfahrung“. Denn, und das wird Bernd Hellmanns nicht müde zu betonen, es geht um den Spaß, und um Musik als Hobby.

Die Musiker sind oft unterwegs, auf Karnevalsveranstaltungen und -zügen, Geburtstagen, Jubiläen und auf Hochzeiten oder in Konzertsälen. „Die Gagen wandern in die Bandkasse, man braucht immer mal neue Uniformen oder Ähnliches. Und wenn sich einer kein Instrument leisten kann, helfen wir auch.“
  Das Wanheimer Musikcorps tritt auch weiterhin auf Karnevalsveranstaltungen auf.- aber nicht nur.  

Zum Jubiläum soll jede Epoche der Musiker mit einem entsprechenden Stück aus der Zeit vertreten sein. „So können die Gäste nachvollziehen, wie wir uns gewandelt haben“, erklärt Hellmanns. Als Überraschung gibt es dann noch eine CD, die das Musikcorps zum Jubiläum aufgenommen hat. Hellmanns freut sich aber vor allem auf seine Mitmusiker und die Gäste. „Am Ende geht es um die Menschen. Es ist immer eine pure Freude, die Leute zu sehen.“

««« WEITERE MUSIKER WILLKOMMEN

23 Musiker spielen im Moment im Corps, Nachwuchs, egal welchen Alters, wird natürlich trotzdem immer gesucht.

„Wir proben montags von 19 bis 21 Uhr im Domkeller von St. Suitbert in Wanheim“, so Bernd Hellmanns, „einfach vorbeikommen“. Musikalische Vorkenntnisse sind dabei übrigens nicht zwingend notwendig. Weitere Infos: www.mc-dw.de.